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Was ist politische Korrektheit?

Zuerst einmal zur Begriffserklärung laut Gabler Wirtschaftslexikon.

„Political Correctness ist die strikte und penible Einhaltung und Einforderung von gesellschaftlichen und sprachlichen Normen, vor allem in Bezug auf angeblich oder tatsächlich benachteiligte Gruppen, etwa Frauen, Homosexuelle und People of Color (PoC). Der Begriff wurde aus dem Englischen ins Deutsche übernommen, wo man ansonsten noch von „politisch korrekt“ (engl. „politically correct“) spricht, z.B. mit Blick auf Inklusion.“

Weiter wird hierzu ausgeführt:

„Die Political Correctness wird entweder als etwas Positives (eine Pflicht für verantwortungsvolle Menschen und ein Segen für benachteiligte Gruppen) oder als etwas Negatives (eine Beschränkung und Zurechtweisung direkt und spontan sprechender und eigenverantwortlich handelnder Personen) aufgefasst. Der Wokeness immanent ist die Political Correctness oder deren Fortführung, die Cancel Culture, sofern es eine solche überhaupt gibt.“

Schon bei diesen Ausführungen wird klar, dass es offensichtlich nicht nur Befürworter der Political Correctness (PC), sondern auch Gegner, zumindest aber immerhin Bedenken hinsichtlich der versuchten Sprachveränderung gibt.

Wenn auch schon etwas älter, aber doch noch auf der Homepage der Bundeszentrale für Politische Bildung zu finden, wird von Dr. Iris Forster (wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Germanistik, Abteilung Germanistische Sprachwissenschaft, an der Technischen Universität Braunschweig) bezüglich der PC erklärt.

„Immer wieder werden neue Sprachreglementierungen gefordert und begründet. Doch nicht selten führt die vermeintlich „politische Korrektheit“ der Sprache zu Unklarheit, Widersprüchen und neuen Verständigungsproblemen.“

Es wird darauf hingewiesen, dass „sich die neuen, „politisch korrekten“ Ersatzausdrücke abnutzen können, wenn sich die negative Konnotation nach einer Weile auch auf die Neubildung überträgt. Dies könne zu einer fortwährenden Neuschöpfung führen. Man geht sogar so weit, über Euphemismusketten zu schreiben, die den ursprünglichen Sinn des Wortes, nach mehreren Umformulierungen, teilweise oder ganz verschwinden lassen. Das Ganze macht man an folgendem Beispiel fest:

Es wird weiterhin ausgeführt:

„Setzt man für behindertes Kind, das besondere Kind ein, bleibt der Ersatzausdruck so vage, dass für den Kommunikationszusammenhang wichtige Informationen fehlen können. Gerade die Vermeidung des generischen Maskulinums kann sich durch sperrige Sätze negativ auf die Verständlichkeit des Textes auswirken oder zu absurden Formulierungen führen.“

Interessant also, dass heute, 12 Jahre später, umso vehementer von politischer Seite dafür gekämpft wird, die Political Correctness stärker auf unsere Sprache anzuwenden. Zumal die bpb ihren Artikel mit dem folgenden Fazit schloss.

„Festzustellen bleibt: „Politisch korrekte“ Sprache ist ein schwieriges Feld, es gibt viele Unsicherheiten und Fallstricke. Der Grat zwischen verantwortungsvollem Sprachgebrauch und unsinnigen, intoleranten Formulierungen ist schmal; gefragt ist hier die eigene Sprachkompetenz: Prinzipiell sollten wir unsere Sprachverwendung überprüfen und dort, wo wir mit Sprache Menschen verletzen können […] alternative Formen wählen. Dies ist aber immer vom Kommunikationszusammenhang abhängig, so dass ein generelles Verbot bestimmter Spracheinheiten und ein genereller, unbedingter und vorgeschriebener Gebrauch vieler Alternativen durch die oben aufgeführten Kritikpunkte ins Leere läuft.“

2010 traute man den Menschen also noch eine eigene Sprachkompetenz und ein gewisses Taktgefühl zu, sowie man ebenso der Auffassung war, dass gewisse Wörter nicht partout verboten werden sollten und die Alternativen für diese nicht zwingend zu nutzen seien.

Ein weiterer interessanter Artikel (von 2020) findet sich ebenfalls auf der Homepage der bpb. Geschrieben von Anatol Stefanowitsch (Professor für die Struktur des heutigen Englisch an der Freien Universität Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören diskriminierende Sprache, leichte Sprache und kognitive Linguistik). Er führt aus:

„Politisch korrekte Sprache dient vor allem der gerechtfertigten Ächtung von „Slurs“ – Wörter, durch die ganze Gruppen pauschal abgewertet werden.“ *

Seiner Meinung nach sei die PC hauptsächlich auf die sog. „Slurs“ (siehe weiter unten) anzuwenden. Es geht ihm offensichtlich nicht um die Verklärung jeglicher evtl. negativ konnotierter Ausdrücke. Für die von Anatol Stefanowitsch angeführten Slurs, gibt es im Deutschen bisher noch keine Entsprechung, weshalb der Begriff von ihm wie folgt beschrieben wird:

„Wörter wie „Zigeuner“, „Spasti“ oder „Schwuchtel“ sind aber weder gesellschaftliche oder politische Tabuwörter noch einfach nur Schimpfwörter – sie bilden eine eigene Kategorie, die in der internationalen sprachwissenschaftlichen und sprachphilosophischen Forschung als „Slur“ bezeichnet wird.“

Er geht bei der PC nicht davon aus, dass die Befürworter derselben die Menschen mit begrifflichen Neuschöpfungen indoktrinieren möchten, sondern kann höchstens eine Schönfärbung der Begriffe erkennen, die aber letztendlich von den betroffenen Gruppen teilweise selbst nicht gewollt, sowie nicht sinnvoll sei. Als Beispiel führt auch er folgenden Ausdruck an: „Menschen mit besonderen Fähigkeiten oder Bedürfnissen“, (benutzt) für Menschen mit Behinderungen. Solche vermutlich in guter Absicht geschaffenen Umschreibungen werden von Betroffenen selbst aber genau wegen der dahinterstehenden euphemistischen Absicht ebenso abgelehnt wie die Slurs. Die politisch korrekten Alternativbezeichnungen – in diesem Fall, die Formulierung „Menschen mit Behinderungen“ – verschleiern gerade nicht, sondern benennen die relevanten Eigenschaften klar, aber mit neutralen Formulierungen.

Als Fazit und Handlungsvorschlag wird

„die Anwendung einer sprachbezogenen Variante der goldenen Regel“ empfohlen: „Stelle andere sprachlich nicht so dar, wie du nicht wollen würdest, dass man dich an ihrer Stelle darstelle.“ Aus dieser Regel ergibt sich zunächst eine flexibel auslegbare Anregung, den eigenen Sprachgebrauch daraufhin zu überprüfen, ob man ihn noch akzeptieren würde, wenn er gegen einen selbst gerichtet wäre.“

Slurs gehören für ihn – ohne Wenn und Aber – aus dem Sprachgebrauch gestrichen, da diese von der Mehrheitsgesellschaft geprägt wurden und von genau dieser Mehrheitsgesellschaft sich niemand vorstellen kann, wie es ist, wenn man als Minderheit mit einem bestimmten, negativ besetzten Begriff tituliert wird.

Nach diesen zwei Auszügen aus der Homepage der bpb, hier eine Meinung, von Norbert Bolz, Medienwissenschaftler Technische Universität Berlin:

„Ihr Diskurs (der PC) setzt sich zusammen aus „Demobürokratie“ (Niklas Luhmann) und Sprachhygiene, aus Moralismus und Heuchelei, aus Sozialkitsch und einer politisch gefährlichen Perversion der Toleranz. Hier ist die offene Diskussion freier Individuen längst durch Zensur, Einschüchterung und Indoktrination ersetzt worden. Abweichende Meinungen werden heute schärfer sanktioniert als abweichendes Verhalten. Diese Sanktionen laufen zumeist nicht über Diskussionen, sondern über Ausschluss. Aus Angst vor Isolation beobachtet man ständig die öffentliche Meinung. Und öffentlich heißt eben genau die Meinung, die man ohne Isolationsangst aussprechen kann. Wir fürchten also nicht, eine falsche Meinung zu haben, sondern mit ihr allein zu stehen. Die Isolationsangst regiert die Welt. Wer aber den Zorn der anderen fürchtet, schließt sich leicht der Meinung der scheinbaren Mehrheit an, auch wenn er es eigentlich besser weiß. Er bringt sich selbst zum Schweigen, um seinen guten Ruf nicht aufs Spiel zu setzen. Der Politischen Korrektheit geht es nicht darum, eine abweichende Meinung als falsch zu erweisen, sondern den abweichend Meinenden als unmoralisch zu verurteilen. Man kritisiert abweichende Meinungen nicht mehr, sondern hasst sie einfach.“

Und weiter in der NZZ:

„Wenn die klassischen Massenmedien etwas dazu beitragen wollen, dass wir wieder zu diesem Geist (Recht auf Meinungsfreiheit und Redefreiheit) zurückfinden, dann sollten sie ihre Nachrichten und Berichte von regierungsnahen Meinungen und volkspädagogischen Intentionen befreien. Sie müssen einen Weg aus der Sackgasse der politischen Korrektheit und ihrer Verbalexorzismen finden. Die größte Gefahr für die Wahrheit ist nämlich nicht die Lüge, sondern der Bullshit. Und die größte Gefahr für die Demokratie ist nicht der Hass der radikalen Verlierer, sondern das Schweigen der vielen, die sich vom Paternalismus der Medienelite bevormundet fühlen.“

Bolz bezieht sich in anderen Ausführungen auch auf die sog. „Schweigespirale“, ein Begriff, der schon in den 1970er-Jahren von der Kommunikationswissenschaftlerin Elisabeth Noelle-Neumann geprägt wurde. Noelle-Neumann wies schon in den 70er-Jahren daraufhin, dass sich die Menschen nicht mehr trauen ihre eigene Meinung zu äußern, so denn in der Öffentlichkeit und durch die Medien transportiert, eine andere Meinung die vorherrschende sei. Dabei könne es durchaus so sein, dass die Medien die Meinung einer kleinen Minderheit als die Meinung der großen Mehrheit ausgeben. Wo liegt also das eigentlich Problem, um das es bei dem Diskurs um Political Correctness geht? Geht es darum, dass sich manche Menschen einfach nur weigern die Negativausdrücke aus ihrem Wortschatz zu streichen, oder geht es tatsächlich weiter in die Tiefe?

In dieser Hinsicht interessant ist ein Artikel, der 2017 in der Stuttgarter Zeitung erschien: Hier wird der Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaftler , Victor Klemperer, mit den folgenden Worten aus seinem Buch über die „Sprache des Dritten Reiches“ zitiert:

„Sprache spiegelt nicht nur die Weltsicht derer, die sie im Munde führen. Worte lassen sich auch als Bausteine einer bestimmten Weltsicht missbrauchen.“

Auch Wilhelm von Humboldt stellte schon 1836 in einem seiner Werke „Von der Natur der Sprache und ihrer Beziehung auf den Menschen im Allgemeinen“ fest, dass der Mensch sich eine andere Weltansicht aneignen oder erschließen kann, so er denn eine andere Sprache lerne.

Der deutscher Dichter, Schriftsteller, Regisseur und Dozent für Erwachsenenbildung, Rüdiger Heins, schrieb 2020 den äußerst interessanten Artikel „Die Sprache prägt unsere Sicht auf die Welt“ und führt darin aus:

„dass die Sprache mehr ist als ein neutrales Instrument, mit dem wir Informationen übertragen und verständlich machen. Sie prägt nicht nur unser Denken und Handeln, sondern auch unsere Weltsicht. Dabei hängt die Weltsicht von der Sprache ab, die wir sprechen. Denn die verschiedenen Sprachen bilden die Welt nicht auf ein und dieselbe Weise ab, sind nicht universell, sondern relativ. Menschen in unterschiedlichen Sprachen denken bis zu einem gewissen Grad auch unterschiedlich. Jede Sprache verfügt über ihre eigenen Wortbedeutungen, wie sie sich in einer Sprachgemeinschaft geschichtlich und kulturell ergeben haben.“

Lässt sich aus den bisher aufgezählten Tatsachen ableiten, dass mit der Veränderung unseres Wortschatzes, sich tatsächlich unsere Weltsicht verändert?

Dies würde Marguerite A. Peeters, eine französische Journalistin, eindeutig bejahen. Sie ist Leiterin des „Dialogue Dynamics“, ein in Brüssel ansässiges Institut, das auf die Analyse politischer und kultureller Entwicklungen auf der Ebene der Global Governance spezialisiert ist. Für das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft hat sie einen Artikel namens „Von der Political Correctness zur neuen Ethik“ geschrieben. Neben vielen interessanten Ausführungen, beschreibt Frau Peeters Folgendes:

„Die vertikale Durchsetzung der neuen Sprache ist ein komplexeres Phänomen. Sie setzt voraus, dass Personen und Institutionen, die die neue Sprache benutzen, auch die Ethik, für die diese Sprache steht, bewusst verinnerlicht haben. Sie müssen sie sich zu Eigen gemacht und sich für die Realisierung der neuen Normen verpflichtet haben. Erst wenn dieser Prozess der Verinnerlichung der neuen Normen eingesetzt hat, wandeln sich Kulturen nachhaltig (und womöglich unumkehrbar) von innen heraus. Im Westen hat die neue Ethik bereits das gesellschaftliche Gefüge durchdrungen, weil die Mehrheit derjenigen, die Einfluss auf Gesellschaft und Politik nehmen, sich an sie halten.

Dieser Prozess, sich die neue Ethik zu Eigen zu machen, ist aber nicht selbstverständlich. Die Inhalte der neuen Ethik sind ambivalent. Wenn ihr Radikalismus/Totalitarismus zum Vorschein kommt, kann sie Widerstand und Opposition von Seiten der Kulturen und Religionen hervorrufen.“

Kann durch PC also nicht nur die Weltansicht, sondern sogar eine ganze Kultur nachhaltig geändert werden? Führt sie am Ende sogar in den Totalitarismus? Vielleicht hilft es, dafür einen Blick ins Ausland zu wagen. Wie wird die PC dort eingeordnet? In einem Harvard Business Review wird neben den guten Eigenschaften der PC trotzdem auf die Gefahren dieser hingewiesen:

„In Kulturen, die von politischer Korrektheit beherrscht werden, fühlen sich die Menschen beurteilt und fürchten, beschuldigt zu werden. Sie machen sich Sorgen darüber, wie andere sie als Vertreter ihrer sozialen Identitätsgruppen sehen. Sie fühlen sich gehemmt und haben Angst, selbst die banalsten Themen direkt anzusprechen. Die Menschen ziehen private Schlüsse, die ungeprüft zu unveränderlichen Schlussfolgerungen werden. Ressentiments entstehen, Beziehungen zerfasern, und die Leistung leidet.“

In der französischen Ausgabe von Capital schreibt man:

„Aber wenn die politische Korrektheit beunruhigt, dann auch deshalb, weil sie ein Angriff auf unserer Freiheit ist. Da alles, was nach Diskriminierung aussieht – gegen Behinderte, Arme, die dritte Generation von Einwanderern, Rothaarige, Glatzköpfe, Linkshänder und natürlich Frauen – von der Gedankenpolizei geächtet wird, ist die Selbstzensur in der Presse mit Riesenschritten auf dem Vormarsch. Und selbst die Komiker nehmen nun eine Pinzette, um uns zum Lachen zu bringen.“

In Italien veröffentlichte Federico Rampini (Journalist, der für die Italienischen Zeitungsverlage Corriere della Sera, Repubblica und Sole24ore schrieb) sein Buch „Suicidio occidentale“ (Selbstmord des Westens). Es ist eine umfassende und präzise Anprangerung der „politischen Korrektheit“ und eine Analyse ihrer tiefgreifenden Folgen für die Gesellschaften.

Aus dem Klappentext:

„Wenn uns ein Angriff im Herzen Europas unvorbereitet traf, dann deshalb, weil wir auf unsere eigene Selbstzerstörung fixiert waren. Der strategischen Abrüstung des Westens war seit Jahren eine kulturelle Abrüstung vorausgegangen. Die vorherrschende Ideologie, die von den Eliten an den Universitäten, in den Medien, in der Massenkultur und in der Unterhaltung propagiert wird, schreibt vor, dass wir jegliches Selbstwertgefühl zerstören, uns selbst die Schuld geben und uns geißeln sollen. Nach dieser ideologischen Diktatur haben wir der Welt und den neuen Generationen keine Werte mehr zu bieten, sondern nur noch Verbrechen, für die wir büßen müssen. Das ist westlicher Selbstmord.“

In Schweden ist 2019 sogar eine Studie erschienen, die sich mit dem Politisch korrekten „Gendern“ beschäftigte und herausfand, dass die Sprache sehr wohl einen Einfluss auf das Denken hat. So, oder so ähnlich lautende Informationen kann man in jedem Land der Welt finden. Allen ist eines gemeinsam, sie richten sich nicht gegen das ursprüngliche Anliegen der PC, sondern kritisieren, die dahinterliegenden Probleme.

Mittlerweile sind wir so „politically correct“, dass bereits kleinen Kindern in der „Sendung mit der Maus“ von der Normalität der Transsexualität erzählt wird, damit auch hier die Minderheiten ordentlich repräsentiert werden. Nach besagter Sendung regte sich sehr viel Widerspruch gegen solche Berichterstattung im Kinderfernsehen. Naturwissenschaftler und Mediziner zeichneten sogar einen offenen Beschwerdebrief gegen die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Nach der Auswahl an Stimmen in der Fachwelt hier ein paar prominente Stimmen bezüglich der PC.

So z.B. die deutschen Comedians Dieter Nuhr und Serdar Somuncu, die auch vom Grundanliegen der PC überzeugt sind, nicht so aber von der Besessenheit und Uferlosigkeit, mit der sie vorangetrieben wird. Oder der Brite John Cleese. Letzterer zieht sogar einen Vergleich zum Roman 1984 von George Orwell, in welchem eine dystopische Welt beschrieben wird, in der die Leute auf Schritt und Tritt von „Big Brother“ überwacht werden und das sog. Neusprech eingeführt wird, damit selbst die Sprache, und somit die Gedanken der Menschen unter Kontrolle sind.

Zusammenfassend haben wir von den grundsätzlich guten Absichten der PC, aber auch die damit einhergehenden Gefahren mit äußert prägnanten Worten, wie „politisch gefährliche Perversion der Toleranz, Zensur, Indoktrination, Isolation, Schweigespirale und Radikalismus bis Totalitarismus“, gehört. Nun stellt sich manchen vielleicht die Frage nach einer Alternative, die beides vereint? Eine Alternative, die das berechtigte Anliegen der PC umsetzt, aber bei der sich die aufgezählten Gefahren verhindern lassen.

Einen wichtigen Hinweis in diese Richtung gibt es in einem kurzen Youtube-Video der „School of Life“ zu finden.

„Wie wäre es, wenn wir die PC einfach durch Freundlichkeit ersetzen?“

wird hier gefragt. Freundlichkeit schließt niemanden aus. Sie erstreckt sich in alle Bereiche unseres Lebens und ist auf ausnahmslos alle Menschen anzuwenden. Im Gegensatz zur PC, die erzieherische Wesenszüge trägt und den Menschen somit suggeriert, sie wären böse und würden andere unterdrücken, ist die Freundlichkeit eine allseits akzeptiere Verhaltensform, die niemandem Unterstellungen macht.

Prinzipiell kommt dies der Aussage des oben zitierten Anatol Stefanowitsch sehr nahe, der dazu riet jeden so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Das Youtube-Video der School of Life weist darauf hin, dass Freundlichkeit viel leichter durchzusetzen sei, als politische Vorgaben, da gegen diese häufig rebelliert wird. Außerdem sei Freundlichkeit schon von Kind an ein Verhalten, das antrainiert würde und somit ein viel größeres und wichtigeres Werkzeug. Freundlichkeit schafft eine Verbindung zu den anderen, macht niemandem ein schlechtes Gewissen und schafft schon gar keine Spaltung in der Gesellschaft.

(Zum Kopfbild des Artikels bitte folgenden Artikel beachten: Bücherverbrennung wegen politisch inkorrekter Begriffe in Schweden)

Eine Antwort auf „Was ist politische Korrektheit?“